Botschaft an den Frieden

Botschaft für den Frieden


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"Treffen zum Friedensgebet von Vertretern der Religionen der Welt" in Mailand, Italien:


Ich bin ein Zen-Buddhist aus Japan.

Ist Krieg und Frieden wohl ewig ein Problem der Menschenrasse? Seit langer Zeit machen wir uns Gedanken über Krieg und Frieden.

Das 20. Jahrhundert war eine Epoche der Kriege. Auf der ganzen Welt haben viele Kriege stattgefunden.

Die Menschheit wünscht, dass sich genau das 21. Jahrhundert von einer Zeit der Kriege in eine Zeit des Friedens verwandelt, und hat die ersten Schritte unternommen. Das ist es, was die Menschen auf der ganzen Welt sich erhofft hatten.

Jedoch kam es in Amerika am 11. September 2001 zu Terroristenanschlägen. In New York wurden dabei zwei grosse Gebäude zerstört.

Amerika hat daraufhin, um die Ursache aufzudecken, das Land Irak zum Feind erklärt und Krieg begonnen. Währenddem die Menschen weltweit dieses Geschehen verfolgen, fallen auch heute noch viele dem Krieg zum Opfer.

Obwohl die Menschheit stets Frieden wünscht, kommt es nicht zu dessen Verwirklichung. Stattdessen ist es die dauernde Krisenstimmung vom Krieg, die uns aufwühlt.

Wenn wir Kinder fragen, was besser sei, ein Land des Krieges oder ein Land des Friedens, werden sie wohl für den Frieden sein. Geschweige denn als Erwachsener wird die Antwort wohl für eine Gesellschaft im Frieden lauten. Alle Menschen der Welt denken so.
Aber warum entsteht ein so übler Krieg? Was ist denn die Ursache dafür?

Man sagt, es leben 6 Milliarden Menschen auf der Erde. Jeder Einzelne davon muss Würde haben. Das Leben eines jeden Menschen ist kostbar, egal von welchem Land, vom Kind bis zum Erwachsenen, ob Mann oder Frau.

Ist es gut, wenn der Mensch dieses wertvolle Leben eines Anderen vernichtet? Ich glaube, wer sich dazu Gedanken macht, der versteht, dass das schlecht ist.

Wer entscheidet und lässt dies dennoch zu, Menschen im Namen von Krieg zu töten, obwohl wir wissen, dass es böse ist?

Auch ohne Gott zu fragen, steht fest, Böses bleibt böse. Und trotzdem begehen wir üble Taten.

Wenn man Buddhismus in kurzen Worten erklären will, dann heisst es: "Tue nichts Böses , tue Gutes" ( shoakumakusa shuzenbugyo ).

Schon von der Kindheit an sagen uns Eltern und Lehrer: "Tue nichts Böses, tue Gutes", und so wachsen wir auf. Also selbst Kinder wissen das.

Aber selbst für einen älteren Menschen über 80 Jahre ist es äusserst schwierig, dies zu verwirklichen.


Auch wenn man zum Beispiel die edle Lehre des Buddhismus kennt, bringt es nicht jeder fertig, diese edle Lehre im täglichen Leben in die Tat umzusetzen.

Wenn wir wissen, dass Krieg schlecht ist, dann müssen wir uns dem Weg zum Frieden zuwenden und uns tatkräftig einsetzen, ihn zu verwirklichen.

Daher muss auch der Japaner, wenn er begriffen hat, dass die früheren Kriege schlecht waren, sich selbst in grossem Masse prüfen und Reue zeigen, geloben, nie wieder Krieg zu führen, und den Weg des Friedens gehen.

Dies ist fortan der neue Humanismus von Japan. Vor 59 Jahren wurde das Land Japan in Hiroshima und Nagasaki erstmals in der Geschichte zum Opfer einer Atombombe. Es sind die Japaner, die diesen Schmerz erfahren haben.

Der erste Gebrauch der Atombombe in der Geschichte soll mit dem ersten auch zu Ende sein und niemals wiederholt werden. Japan erhebt als einziges Land der Welt diesen Anspruch. Hier liegt für den Japaner eine grosse Aufgabe.

Daher muss Japan weiterhin die Verfassung des Friedens wahren. Es ist unerlässlich sich zu fragen, wofür soll das Leben sein, wenn ein Menschenleben nicht geachtet wird?

Was den Buddhismus betrifft, müssen wir ein Mensch sein, der jedes Lebewesen achtet und dies in die Tat umsetzt. Dafür dürfen wir keine Mühe scheuen.

Ich bin eingeladen worden, hier am 19. "Treffen zum Friedensgebet von Vertretern der Religionen der Welt" teilzunehmen, welches unter der Führung von Papst Johannes Paul II. und der Organisation der Gemeinschaft Sankt Egidio hier in Mailand, einer traditionsreichen Stadt von Religion und Kultur, durchgeführt wird.

Als Vertreter einer Religion sowie als Mensch überhaupt ist diese Gesinnung heute von grösster Bedeutung. Wie laut man auch schreit, Friede kommt wahrscheinlich nicht leicht zustande.

Wenn man aber das Herz, das Frieden wünscht, verliert, dann ist auch keine Menschlichkeit möglich. Ich bete für den Frieden und halte diesen Wunsch im Herzen aufrecht. Ich möchte ein Mensch werden, der sich stets dafür einsetzt und das verwirklicht.

Ich bin der Gemeinschaft Sankt Egidio dankbar dafür, dass ich Hand in Hand mit anderen Religionsführern der Welt eine Botschaft des Friedens senden kann und spreche meinen Dank all jenen aus, die dazu beigetragen haben, diesen grossen Anlass zu verwirklichen. Ich erlaube mir, meine bescheidene Rede hier zu beenden.

Vielen Dank für Ihre werte Aufmerksamkeit.




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