Botschaft an den Frieden

Botschaft des Friedens


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-Das Gebet der Menschheit-

 Ich bin ein Zenbuddhist aus Japan. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Einladung zum 19. “Internationalen Weltfriedenstreffen” erhalten habe und mir die Ehre zuteil wurde, hier im französischen Lyon eine Botschaft des Friedens zu veröffentlichen.
 
"Krieg ist das Werk des Menschen.
Krieg raubt Menschenleben.
Krieg ist der Tod selbst.
In die Vergangenheit schauen bedeutet Verantwortung für die Zukunft tragen.
Über Hiroshima nachdenken heisst Verantwortung für den Frieden übernehmen."

 Dies ist ein Ausschnitt einer Botschaft des dieses Jahr verstorbenen ehemaligen Papstes Johannes Paul II. Er hat sie im Februar 1981 vor dem Mahnmal für die Opfer der Atombombe im Friedens-Gedenk-Park in Hiroshima in die Welt hinausgesandt.

 Dieses Jahr am 6. August zu Beginn der Zeremonie zum 60. Jahrestag des Atombombenabwurfs hat Masayuki Iwata als Vertreter der Kinder diesen Text als Gebet vorgetragen.

 Es ist ein Aufschrei, dargebracht an die Seelen der über 300’000 Opfer der Atombombe. Diese Worte sind das Gebet des Volkes und sie sprechen auch von der Verantwortung und den Anstrengungen, die auf die Verwirklichung des Friedens auf der Welt und der Abschaffung der Atomwaffen gerichtet sind.

 Dies wünschen selbstverständlich die Japaner, aber auch die Menschen auf der ganzen Welt vom Kind bis zum Erwachsenen. Alle, die jetzt dieses kostbare Leben haben, wünschen dies. Jedoch, die Wirklichkeit ist davon vielleicht weit entfernt.

 Krieg, Terrorismus, Gewalt, in dieser Welt gibt es Konflikte ohne Ende. Es ist der Mensch, der diese verursacht.

 Wie können wir in dieser Welt auf Frieden hoffen, ohne zuerst diesen Geist des Menschen zu erneuern?

 Es ist des Menschen Werk, Kriege anzustiften und Terroranschläge zu verüben. Es ist der Mensch, der Streit anzettelt und in Streit verwickelt wird. Und es ist auch der Mensch, der diese Menschen zum Frieden hinführt.

 Vielleicht gehört es zum Menschsein sich zu streiten. In dieser Welt gibt es viele gegenüberstehende Ideen, unterschiedliche Kulturen und Religionen. Jedoch! Mit einem überaus grossen Herzen, das alle Differenzen übersteigt, müssen wir Dialog führen, miteinander reden und diese Streitigkeiten lösen. Solch ein Gebet ist wichtig.

 Seit der Gründung der UNO sind es jetzt sechzig Jahre. Rechte Ordnung und Durchsetzungskraft der UNO sind wesentlich für die Wahrung der staatlichen Sicherheit auf Erden.

 Unter der richtigen Führung der UNO müssen wir die Natur schützen, die alle Lebewesen einschliesst. Wir müssen mit natürlicher Weisheit so handeln, dass alle Lebewesen im Gleichgewicht sein können.

 Dazu müssen wir zuerst unseren eigenen Lebensstil ändern. An der Stelle möchte ich hier fünf Worte vorstellen. Um heute erfüllt zu leben, müssen wir an Morgen denken:


Arigato: Danke schön.     (ein tief dankbarer Geist)
         Es ist wunderbar, dass ich teilhaben darf an den einzigartigen Gaben des Lebens.

Sumimasen: Es tut mir leid.     (ein demütiger Geist)
           Ich habe gefehlt, in meinen Worten und Taten.

Okagesama: Gott sei Dank.       (ein zufriedener Geist)
            Ich verdanke es der Mutter Natur, dass es mir in Wirklichkeit gut geht.

Mottainai: Das wäre schade darum.        (ein bescheidener Geist)
          Ich will allen Dingen Sorge tragen, deren Wert würdigen und nichts vergeuden.

Ureshiina: Ich bin so froh.         (ein lebensfroher Geist)
           Ich kann mich glücklich schätzen.



 Wenn man die Anfangsbuchstaben dieser fünf japanischen Worte nimmt, ergibt das: A-SU-O-MO-U, das bedeutet "„An Morgen denken". Ich wünsche mir, wir könnten mit Blick auf die Zukunft diese fünf Worte zum Gebet unseres täglichen Lebens machen.

 Friede des Herzens ist nicht in der Ferne; wir müssen in unserem unmittelbaren Alltag beginnen. Wenn wir im eigenen Herzen nicht still für den Frieden beten, wie können wir dann auf die Verwirklichung des Friedens in der Gesellschaft hoffen?


Wir sind als Menschen in diese Welt geboren. Es ist wichtig, sich zu fragen: Was bedeutet es, Mensch zu sein?

1. Als Mensch ergründe ich ohne Mühe zu scheuen das Grundprinzip des Universums. (Mensch)


Auch ist es eine grosse Aufgabe, sich selbst zu erforschen.

2. Anstatt an andern Kritik zu üben, sinne ich erst auf die eigene Selbsterkenntnis. (Selbst)


Dann sollen wir jedes Leben achten und uns hüten, Lebewesen zu töten.

3. Für die Gaben der Natur will ich dankbar sein und alles Leben mitfühlend wertschätzen. (Leben)


Zudem sollen wir erfüllt und in Eintracht miteinander leben.

4. Vergangenes wachhaltend lebe ich heute erfüllt und schaffe eine leuchtende Zukunft. (Erfüllung)


Ausserdem müssen wir in Harmonie mit unseren Mitmenschen eine Welt ohne Streit schaffen, in der wir uns wohl fühlen können.

5. Ich respektiere die Nationalitäten, Rassen, Geschlechter und Religionen und wünsche den Geist des Friedens. (Wunsch)



 Wenn wir diese fünf Punkte zum Gebet unseres täglichen Lebens machen, dann ist da, wo wir uns befinden, der Lebens-Weg eines echten Menschen. Tatsächlich hat das Gebet sehr grosse Bedeutung für den Menschen. Das Gebet für den Frieden ist das höchste Gebet der Menschheit.

 Zum Schluss möchte ich der Gemeinschaft Sant’ Egidio und allen Verantwortlichen meinen herzlichen Dank aussprechen. Vielen Dank für Ihre werte Aufmerksamkeit.

(Übersetzung: Gentoku Zurbriggen)




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