Anleitung zum Zazen
Anleitung zum Zazen

Zur Uebersicht

Die drei Elemente des Zazen
Die Worte des sechsten Patriarchen sagen: "Aussen, vor aller Unterscheidung in Gut und Schlecht reinen Herzens sein, das nennt man ZA. Innen, unbewegt das eigene Wesen schauen, das nennt man ZEN." So kann Zazen definiert werden.
Zazen bedeutet: die Körperhaltung ordnen, die Atmung ordnen und den Geist ordnen. Anders gesagt, die Ordnung von Körper, Atmung und Geist sind die drei Elemente des Zazen.
Wer vorhat Zazen zu machen, der sollte darauf achten, dass die Mahlzeiten weder üppig noch mager ausfallen und dass der Schlaf ausreichend ist, so dass Körper und Geist in guter Verfassung sind. Das ist wichtig.
Man sagt, dass der Philosoph Dr. Kitaro Nishida in jungen Jahren allein Zazen geübt hat. So steht es in seinem "Sunshin-Tagebuch". Dennoch ist Zazen durchaus nicht etwas, das man allein vermag. Daher empfiehlt es sich, eine gute Zazen-Übungsstätte aufzusuchen und unter Anleitung zu praktizieren.


Hozumi Roshi als Unsui im Shofukuji Kloster in Kobe


Wie man sitzt
Um Zazen zu praktizieren, trägt man locker sitzende Kleidung, legt sich ein dickes Kissen unter das Gesäss, legt erst den rechten Fuss auf den linken Oberschenkel und dann den linken Fuss auf den rechten Oberschenkel. Dies nennt man den Lotussitz. Nur einen der beiden Füsse, welchen auch immer, auf den Oberschenkel zu legen, nennt man den halben Lotussitz.
Die rechte Hand legt man auf den linken Fuss, die linke Hand auf die Handfläche der rechten. Die beiden Daumenspitzen berühren sich leicht und stützen sich gegeneinander auf. Die Lende wird gerade aufgerichtet und der Rücken langgestreckt, so ruht vom Kopf bis zum Becken alles aufeinander wie beim fünfstöckigen Turm (der Stupa). Das Kinn zieht man ein, die Augen bleiben halboffen und blicken einen Meter vor sich auf den Boden. Die Kraft nimmt man aus den Schultern und füllt den Unterleib mit Ki, der Lebensenergie, an. Was nicht heisst Kraft anwenden.

(1)Vom Schneidersitz aus erst den rechten Fuss nahe vom Gelenk auf den Oberschenkel legen. (2)Dann den linken Fuss auf den rechten Schenkel legen. (3)Den Rücken gerade strecken.


(4)Hokkaijoin: die linke Hand mit sich berührenden Daumen auf die rechte legen.
Auch eine Möglichkeit ist, mit der linken Hand die rechte zu umfassen.


(5)Beide Schultern locker lassen, mit halboffenen Augen den Blick die Nase streifend auf etwa einen Meter vor sich auf den Boden senken. ( Nur einen Fuss auf den Oberschenkel gelegt, der halbe Lotussitz. ) (6)Gelassen, gewaltig und klar entschieden sitzen, wie der Berg Fuji, der über Japan in den Himmel ragt. ( Beide Füsse auf die Schenkel gelegt, der Lotussitz. )


Wie man atmet
Um die Atmung zu ordnen wird der Atem gezählt, dies nennt man Susokukan. Das heisst, durch Zählen im Geiste wird die Atmung in Einklang gebracht. "Ei......ns" tief und lange ausatmen, und von selbst einatmen. "Zwe.....i" tief ausatmen, und einatmen. "Dre.....i" tief ausatmen, und einatmen. Dies bis auf Zehn fortfahren und dann wieder von vorne anfangen, und so weiter und so fort, immer wiederholen. Für den Anfänger ist dies die beste Methode. Es fällt so leichter, in tiefe Konzentration zu versinken.
Atmen bedeutet ausatmen und wieder einatmen. Die Ausatmung ist lange und vorrangig, die Einatmung ist kurz und untergeordnet. Das heisst, es ist gut, Betonung auf die Ausatmung zu legen und die Einatmung folgen zu lassen. Es wird nicht flach geatmet sondern tief bis in den Unterleib, bis ins sogenannnte Kikai Tanden, vier Finger unter dem Nabel im Bauch gelegen. Die Atmung dort zu verwurzeln ist wichtig.
Die Atmung ist die bedeutendste Voraussetzung zum Leben, daher darf man sie nicht durcheinander bringen. Man sollte darauf achten, vom Tanden, also mit dem Unterleib zu atmen.
Kikai Tanden ist Japanisch und bedeutet das Meer des Ki inmitten des Unterleibes. Ki ist Energie; bei Lebewesen sowie auch bei Elektrizität und Wetter gibt es Ki. Beim Menschen sagt man ursprüngliches Ki, wenn man gesund ist, und auch die Laune sowie das Empfinden steht im Zusammenhang mit dem Ki. Dieses Ki entspringt dem Kikai Tanden. Hier liegt die Quelle des Lebens. Das Rückgrat ist zwar auch essentiell, das Kikai Tanden ist jedoch von zentraler Bedeutung.
Bitte versuchen Sie tatsächlich, Atem für Atem wichtig nehmend, lange und tief auszuatmen. Von ganzem Leib jedes Mal vollständig ausatmen, so dass keine Luft mehr im Körper zurückbleibt. Sobald die ganze Luft aufgebraucht ist, kommt die Einatmung von selbst. Leben ist atmen!


Den Geist ordnen
Der Mensch kann den Atem keine fünf Minuten lang anhalten. Selbst im Schlaf gibt es keine Ruhepause. Wenn man jedes Mal bis tief in den Bauch ausatmet und so die Atmung regelmässig wird, dann klärt sich schliesslich auch der Geist. Im Geist zur Ruhe zu kommen ist ausserordentlich schwierig, aber durch die rechte Haltung und die richtige Atemmethode des Zazen wird sich auch im Geist Ordnung einstellen. Schliesslich ist es wichtig, sich in Zenjo Sanmai, einen Zustand konzentrierten Einsseins zu vertiefen. Dazu braucht es Anstrengung und aufrichtige Hingabe.
Zen ist nicht etwas, das uns fremd ist; gerade mitten im Alltäglichen muss das Werk des Zen zu finden sein. Da wäre es schön, wenn wir unser einzigartiges Leben miteinander sinnvoll verbringen.


Bekleidung für Zazen
Es sind keine besonderen Bestimmungen für die Art der Bekleidung notwendig, jedoch sollte man darauf achten, dass die Kleider bequem und nicht zu grell sind; um den Bund sollte es locker sein. Anzug und Krawatte ist unpassend. Trainingshosen eignen sich hingegen gut. Im allgemeinen ist wohl schlichter Stil zu bevorzugen.
Zum japanischen Kimono wird ein Hakama getragen. Wer mag, kann sich auch eigens für Zazen Kleider zurechtmachen, oder sich diese einheitlich mit andern zusammen anschaffen. Dies ist eine gute Sache und schafft auch äusserlich Klarheit.
Es empfiehlt sich, Socken, Uhren und abgesehen von Sonderfällen auch Brillen abzulegen.


Allgemeines zur Beachtung
Vom Haupttor des Zendos, wo der Hauptpatron, bzw. Monjushiri Bosatsu verehrt wird, ist das Betreten und Verlassen des Zendos streng untersagt. Es wird als selbstverständlich angesehen, den Eingang auf der Seite zu benutzen, wo man seinen Sitzplatz hat. Dass man nicht den Haupteingang an der Vorderseite benutzt, ist auch der Bescheidenheit halber. Wenn man eintritt, faltet man die Hände und verbeugt sich. Im Innern des Zendos wird mit leisen Schritten gelaufen.
Im Rinzai ist es die Regel, mit dem linken Fuss nach vorne loszugehen und nach hinten mit dem rechten loszugehen.
Im Zendo sind unnötige Wortwechsel nicht gestattet. Auch Grüssen ist nicht notwendig. Beim Sutra-Lesen sollten Sie vom Bauch heraus mit lauter, kräftiger Stimme die Sutren rezitieren.
Man liest nicht frei im eigenen Takt. Von altersher sagt man: "Lies mit den Ohren". Das heisst, mit gespitzten Ohren dem gemeinsamen Sutrengesang zuhören und einstimmig mitlesen. Das scheint einfach zu sein, ist aber doch schwierig.
Im Chor Sutren zu lesen ist wie Balsam fürs Herz, selbstverständlich für den Lesenden aber auch für den nur Zuhörenden. Sutren-Lesen ist wirklich schön.





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